Akne inversa und andere Akne-Formen

Akne inversa / Hydradenitis suppurativa

Akne inver­sa ist eine schmerz­haf­te, chro­ni­sche ent­zünd­li­che Hauterkrankung, die haupt­säch­lich die Achseln, die Leisten- sowie dem Scham- und Anusbereich befällt. Die Erkrankung beginnt häu­fig mit einer Haarwurzelentzündung und brei­tet sich dann in Form von wie­der­keh­ren­den Entzündungen und Abszessen aus. Schätzungsweise 1% der Bevölkerung sind betrof­fen. Oft wird die Erkrankung zu spät und in fort­ge­schrit­te­nem Stadium dia­gnos­ti­ziert. Aus Angst und Schamgefühl zie­hen sich Betroffene häu­fig zurück, was die beruf­li­che Karriere, per­sön­li­che und gesell­schaft­li­che Beziehungen stö­ren und zu Depressionen füh­ren kann.

Wie ent­steht Akne inver­sa?

  • Die Ursachen sind nicht genau bekannt, am Beginn steht häu­fig eine Entzündung der Haarfollikel, die durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems oder erb­li­che Veranlagung begüns­tigt wird

Was kann Akne inver­sa aus­lö­sen?

  • Rauchen, Übergewicht, nega­ti­ver Stress, Hautreizungen durch Kleidung, Schweiß und Bakterien die durch mini­ma­le Verletzungen (Mikroverletzungen), z.B. beim Rasieren, in die Haut ein­drin­gen, kön­nen Auslöser sein.

Wie ver­läuft die Erkrankung?

  • Je nach Schweregrad, Hurley I-III, lei­den die Betroffenen, an wie­der­keh­ren­den eitern­den, näs­sen­den Wunden. In Schwergrad II wer­den fort­schrei­ten­de abge­grenz­te Entzündungen mit Narben und Fistelbildung beschrie­ben. In Schweregrad III kommt es zu flä­chen­haf­ten mit­ein­an­der ver­bun­den Abszessen und Fistelgängen, die häu­fig nur ope­ra­tiv saniert wer­den kön­nen.

Wie wird die Erkrankung behan­delt?

  • Hurley I: Lokale oder sys­te­mi­sche Antibiotikagabe, ggf. ope­ra­ti­ve Entfernung ein­zel­ner Läsionen Verletzungen/Stellen
  • Hurley II: Systemische Antibiotikagabe, Verabreichung von Antikörpern, ope­ra­ti­ve Entfernung ein­zel­ner Verletzungen, ggf. Abtragung ober­fläch­li­cher Gewebeschichten mit­tels Lasers
  • Hurley III: Systemische Antibiotikagabe, Verabreichung von Antikörpern, Radikale chir­ur­gi­sche Entfernung des befal­le­nen Gewebes
  • Für die Wundbehandlung nach einer Operation bei Hurley-Grad II-III wird emp­foh­len die Wunde nicht zuzu­nä­hen, son­dern „offen“ hei­len zu las­sen. Zur Abdeckung der „offe­nen“ Wunde kom­men geeig­ne­te Wundauflagen und ggf. auch die Unterdruck- Wundtherapie (NPWT) zum Einsatz.
  • Um die Gefahr einer Bewegungseinschränkung durch Narbenverwachsungen zu mini­mie­ren, soll­ten Dehnübungen, ggf. unter phy­sio­the­ra­peu­ti­scher Anleitung erfol­gen.

Kann der Verlauf der Erkrankung ver­lang­samt und Beschwerden ver­min­dert wer­den?

  • Neuere Methoden, wie z.B. die lAight®-Therapie, eine nicht inva­si­ve nicht ope­ra­ti­ve, scho­nen­de Kombinationstherapie aus Licht-und Radiofrequenzen kön­nen zu einer Vermeidung von Entzündungen bei­tra­gen und das Gewebe geschmei­di­ger machen. Daraus kann eine star­ke Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen erreicht wer­den.

Die Laight Therapie steht aktu­ell an vier­zehn Standorten zur Verfügung.

Preisübersicht Laight Therapie
Übersicht Standorte

Mehr Informationen zur Therapie unter http://www.laight.de

Andere Akne-Formen

Die Akne vul­ga­ris ist eine ent­zünd­li­che Erkrankung der Talgdrüsen und Haarfollikel.

Am Beginn der Akne steht eine ver­mehr­te Hornhautbildung über den Haarfolikeln, dies führt zur Bildung von nicht sicht­ba­ren Mitessern, die sich im Verlauf ent­zün­den.

Androgene (männ­li­che Sexualhormone), Hautfette und kör­per­ei­ge­ne Botenstoffe (Neuropeptide) schei­nen bei der Entstehung der Akne betei­ligt zu sein.

Begünstigend wird die Entstehung der Akne durch:

  • Genetische Faktoren
  • unre­gel­mä­ßi­ger Menstruationszyklus
  • Schwangerschaft
  • Ernährung
  • Umweltfaktoren, z.B. UV – Strahlung
  • Medikamente
  • Mikroorganismen

Klinisch zeigt sich Akne meist mit knöt­chen­ar­ti­gen Verdickungen in der Haut und EiterbläschenBetroffen sind vor allem das Gesicht und sel­te­ner das Dekolleté und der Rücken.

Akne ist die welt­weit häu­figs­te Hauterkrankung. 70 bis 95% aller Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren bekom­men Akne. Nach der Pubertät erfolgt meist eine spon­ta­ne Rückbildung. Bei 2 bis 7% der Betroffenen blei­ben erheb­li­cher Narben zurück. Bei schwe­rer ver­lau­fen­den Formen lei­den Betroffenen häu­fig an einer deut­li­chen Einschränkung der Lebensqualität, durch Angst, Depression und sozia­ler Stigmatisierung.

Hauptsächlich unter­schei­det man drei Verlaufsformen der Akne vul­ga­ris:

  • Akne come­do­ni­ca ist geprägt durch Mitesser ohne Entzündung
  • Akne papulo­pus­tu­losa ist die am häu­figs­ten auf­tre­ten­de Form und ist geprägt durch ent­zün­de­te Mitesser mit Ausbildung von Knötchen und EiterbläschenDie Akne vul­ga­ris ist eine ent­zünd­li­che Erkrankung der Talgdrüsen und Haarfollikel.
  • Akne con­glo­ba­ta ist eine schwe­re Verlaufsform, die schmerz­haf­te Knoten und Fistelmitesser im Gesicht und am Oberkörper auf­weist und psy­chisch stark belas­tet
  • Akne ful­min­ans ist eine sel­te­ne schwe­re Form der Akne mit cha­rak­te­ris­ti­schen blu­ten­den Geschwüren an Brust und Rücken, mit Knochen-, Gelenk- und Muskelbeteiligung und Fieber

Bei leich­tem und mitt­le­rem Schweregrad kann die Akne vul­ga­ris durch loka­le Therapien mit ent­zün­dungs­hem­men­den, abschup­pen­den, Mitesser auf­lö­sen­den Mitteln behan­delt wer­den. Bei schwe­ren Formen ist dies gewöhn­lich nicht aus­rei­chend, so dass eines sys­te­ma­ti­sche Retinoid-,  Antibiotika-, Talgproduktionshemmende Therapie not­wen­dig ist.