WZ®-WundZentren: Hygienemanagement beachten – Wundheilung fördern

WZ®-WundZentren: Hygienemanagement beachten – Wundheilung  fördern

„Vorbeugen ist besser als Heilen“, wusste schon Hippokrates von Kos (ca. 460 bis 370 v. Chr.). „Hygiene bei der Wundversorgung ist ein Muss – ebenso die Einhaltung des praxisinternen Hygieneplans der WundZentren durch die Wundmanager“, erklärt Christiane Schmitt, Qualitätsmanagement WZ®-WundZentren.

Der praxisinterne Hygieneplan richtet sich nach den Richtlinien des Robert Koch-Instituts RKI (§ 23 Abs. 1 IfSG), der BG Gesundheit und Wohlfahrtspflege und beinhaltet alle Vorgaben des Arbeitsschutzes (z. B. Gefahrstoffverordnung, Biostoffverordnung, TRGs und die TRBA). Die Hygienerichtlinien des RKI – und damit der Hygieneplan der Wundzentren – haben zum Ziel, den Patienten- uHygiene-3nd Mitarbeiterschutz sicherzustellen.

Eine korrekt durchgeführte Händedesinfektion vor, während und nach jeder Behandlung, und immer dann wenn ein Handschuhwechsel erforderlich wird, nimmt – ebenso wie die Flächenreinigung und die Edukation der Patienten – einen hohen Stellenwert in den WundZentren ein. So wird vermieden, dass aufgrund mangelnder Hygiene eine Übertragung durch Schmierinfektion von einem Patienten auf den nächsten erfolgen kann.

Nach jeder Behandlung werden Bereiche wie beispielsweise die Behandlungsliege, die Fotokamera zur Wunddokumentation, AblagefläHygiene-1chen oder die Türklinke mit einem Flächendesinfektionsmittel unter Einhaltung der Einwirkzeiten gereinigt. Zusätzlich werden einmal im Monat alle geschlossenen Flächen, wie Schubladen oder Schränke gereinigt.

Die Mitarbeiter der WundZentren tragen eine berufstypische Arbeitskleidung mit kurzen Ärmeln, um die Keimbelastung zu verringern. Des Weiteren stehen ihnen Einmalschutzschürzen und -kittel sowie Mundschutze zur Verfügung, die beim Verbandswechsel angelegt werden, wenn damit zu rechnen ist, dass die persönliche Arbeitskleidung kontaminiert werden kann.  Im Rahmen der Händehygiene wird zudem darauf geachtet, dass die Grundvoraussetzungen (z.B. kein Schmuck an Händen und Unterarm, keine künstlichen Fingernägel etc.) von allen eingehalten werden. Die Dienstkleidung wird von einer Spezialreinigung in Abwürfen gesammelt und gereinigt.

Auch jeder Verbandswechsel wird wegen des Risikos der exogenen Infektion mit besonderer Sorgfalt durchgeführt. „Es ist davon auszugehen, dass jede chronische Wunde mit Keimen kontaminiert ist, auch wenn sich daraus nicht immer eine Infektion bildet. Hinzu kommt, dass viele Patienten unter weiteren chronischen Erkrankungen leiden, ihr Infektionsrisiko somit also steigt“, erklärt Christiane Schmitt.

Eine VielzaHygiene-4hl von Mikroorganismen in der Wunde kann je nach Konzentration und Kombination die Wundheilung erheblich beeinflussen und unter Umständen die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. „Mit Hilfe des Wundabstrichs stellen wir fest, welche Erreger in welcher Konzentration in den Wunden vorhanden sind, bzw. ob die Wunden mit multiresistenten Erregern besiedelt, kritisch kolonisiert oder infiziert sind.  Sollten neben den lokaltherapeutischen Maßnahmen der Wundreinigung und Wundbehandlung weitere Maßnahmen erfolgen müssen, können wir diese mit wirksamen Mitteln wie systemischen Antibiotika einleiten“, so Christiane Schmitt.

Patientenedukation – Das richtige Hygieneverhalten

Die Erfahrung zeigt, dass gut informierte und geschulte Patienten ihren eigenen Beitrag zur Infektionsprophylaxe leisten müssen. Das Ziel der WundZentren ist es daher im Rahmen der Behandlung den Patienten und ihren Angehörigen ein adäquates Hygieneverhalten nahezubringen. Denn nur, wenn der Patient versteht, welchen Einfluss eine schlecht durchgeführte Hygiene auf die Wundheilung und unter Umständen auf seinen allgemeinen Gesundheitszustand haben kann, setzen die Betroffenen, die erforderlichen Hygienemaßnahmen auch selbst um.