Ulcus Cruris

Ulcus Cruris

Definition

Der Begriff Ulcus cruris (Ulcus „Geschwür“ und cruris „Unterschenkel“) bezeichnet einen Substanzdefekt der Haut am Unterschenkel. Der typischerweise als Ergebnis venöser Abfluss, arterieller Zuflussstörungen oder einer Mischung aus beidem entsteht.  Andere Ursachen sind eher selten. Umgangssprachlich wird das Ulcus cruris auch als „offenes Bein“ bezeichnet.

Epidemiologie

Die Prävalenz des Ulcus cruris ist stark altersabhängig, vor dem 40. Lebensjahr kommt Ulcus cruris kaum vor, die Häufigkeit steigt ab dem 75. Lebensjahr rapide an.

Gesicherte Daten über die Häufigkeit gibt es nicht, die Dunkelziffer der Betroffenen, die keinen oder erst sehr spät einen Arzt aufsuchen ist vermutlich hoch.

Pathophysiologie

Sowohl das venöse als auch das arterielle Ulkus stellen das schwerste Stadium ihrer Grunderkrankung dar, also der Chronisch Venösen Insuffizienz und der Peripheren Arteriellen Verschlußkrankheit.

Hinsichtlich ihrer Form weisen sowohl der venöse als auch der arterielle Ulkus Unterschiede auf (Tab. 1).

Das Ulkus cruris mixtum stellt hier eine Sonderform dar, da beide Grunderkrankungen Form und Erscheinung des oder der Ulzerationen in Unterschiedlichem Maße beeinflussen können.

Diagnostik

Mittelpunkt der Ulkusdiagnostik ist die Klärung der  zugrundeliegenden Erkrankung.

Sind keine der häufigen Ursachen für den oder die Ulzerationen zu identifizieren, oder zeigen der oder die Ulzerationen trotz effizienter Ursachen bezogener Therapie keine  Heilungstendenz muss nach anderen Erkrankungen mit gleichen oder ähnlichen Symptomen gesucht werden.

Therapie

Von wesentlicher und Grundlegender Bedeutung für die Abheilung vaskulärer Ulzerationen ist die effiziente Behandlung der Grunderkrankung. Für die Behandlung venöser Ursachen steht hier die Kompressionstherapie für die arteriellen Ursachen die Steigerung der Gehleitung bzw. die operative Verbesserung der Durchblutung im Mittelpunkt.

Darüber hinaus werden bei bestehendem Ulcus  lokaltherapeutische Maßnahmen notwendig, die sich am aktuell gültigen Wissensstand zur  Wundbehandlung orientieren und individuell auf die Wundsituation angepasst sein sollen.

Vor allem bei Ulcus cruris arteriosum auftretende Nekrosen (mumifiziertes avitales Gewebe) müssen trocken behandelt werden, die „Umwandlung“ einer Nekrose in ein Gangrän erhöht das Risiko einer Infektion bis hin zur Sepsis.